Es läuft furios für Max Kennel und Jonas Frömming, der eine ursprünglich aus Augsburg, der andere aus Kassel, aktuell ansässig in Stuttgart respektive Göttingen. Gemeinsam sind die beiden vehement auf dem Weg nach oben. Wem bisher noch nicht klar gewesen sein sollte, dass wir es hier mit einer der gewitztesten, leidenschaftlichsten und ganz einfach besten Rockbands der Republik zu tun haben, weiß das genau und endgültig jetzt. Denn an „emotions“ (Platz 9 in den deutschen Albumscharts), dem fünften Studioalbum dieser nahtlos humorigen jungen Herren, ist kein Vorbeikommen. Zwölf Lieder sind drauf, alles Hits.

Der Witz des Lumpenpacks ist bisweilen böse und sarkastisch, ätzend oder verletzend ist er nicht. Jonas: „Wir beide sind Menschenfreunde. Unsere Songs sind irgendwie zynisch, und sie können piesacken, aber wir treten nach oben und gehen die Sache eher spielerisch an.“

Gelernt ist eben gelernt. Beide kommen aus der Kleinkunst. Max Kennel war 2012 und 2013 bayrischer Meister im Poetry Slam, Jonas Frömming holte sich die entsprechende Landesmeisterschaft 2013 in Rheinland-Pfalz. 2012 treten sie zum ersten Mal zusammen auf, 2013 kommt das erste Album „Steil-geh-LP“, das endgültige Erweckungserlebnis bietet 2014 ein berauschender Auftritt beim „Open Flair Festival“. Danach beschließen sie trotz abgeschlossener, seriöser Studiengänge (Max Psychologe, Jonas Lehrer für Deutsch und evangelische Theologie), an der verbotenen Frucht namens Rock’n’Roll nicht länger nur zu naschen, sondern sich komplett von ihr zu ernähren. Max Kennel: „Unsere Konzerte sind richtige Glücksduschen, die uns maximal euphorisieren.“ Also Schluss mit richtiger Arbeit und rein ins harte Rockmusikervergnügen. Konsequent ist die Evolution des Lumpenpacks seither vorangeschritten. Vor drei Jahren verabschieden sie sich endgültig von den oft genug etwas miefigen und piefigen Comedy- und Kleinkunstbühnen. Sie spielen nun ausschließlich vor stehendem, oder besser gesagt, sich heftig bewegendem Publikum. Und sie haben dem Lumpenpack nach dem 2019-Album „Eine herbe Enttäuschung“ (Platz 14 in den deutschen Albumcharts) und so richtig schön antizyklisch kurz vor Pandemiebeginn ordentlich Zuwachs verschafft. Man spielt jetzt –auf der großen „emotions“-Tour im Frühjahr und Herbst – in praller Fünferbesetzung. Lola Schrode am Bass, Alexandra Eckert am Schlagzeug und Jason Bartsch an der Gitarre sind nun feste Bandmitglieder. „Zu fünft bekommst du einfach viel mehr Druck auf die Bühne als zu zweit“, so Jonas Frömming. „Und die Gesamtatmosphäre ist viel fürsorglicher und wärmer geworden, seitdem wir kein reiner Herrenclub mehr sind.“ Nur auf ihre legendäre Konfettikanone, auf die wird Das Lumpenpack auch zukünftig keinesfalls verzichten.

maxresdefault-3

Warm in Altenheim

maxresdefault

Die Liebe in Zeiten von Amazon Prime

maxresdefault-5

WZF!?

HausKindBaum-Videothumb

HausKindBaum